Neue Krebstherapie

Leukämie (Blutkrebs) und Lymphome

Überblick

Leukämie oder Hyperleukozytose werden umgangssprachlich auch als Blutkrebs bezeichnet. Die Erkrankung betrifft das blutbildende und lymphatische System des menschlichen Körpers. Unter anderem ist auch der Begriff Leukose gebräuchlich. Patienten, die an Leukämien leiden, bilden eine vielfache Menge an weißen Blutzellen (Leukozyten) und dabei vor allem die Vorstufen, die funktionsuntüchtig sind. Um eine Verdachtsdiagnose stellen zu können, werden häufig ein Blutbild und eine Knochenmarkpunktion nötig.

Lymphdrüsenkrebs bezeichnet umgangssprachlich maligne (bösartige) Lymphome. Zum lymphatischen System gehören die Lymphknoten, Rachenmandeln (Tonsillen), Milz und Knochenmark.

 

Wer sind Risikopatienten?

Gründe und Ursachen für eine Erkrankung an Leukämie sind noch nicht vollständig erforscht. Insbesondere bei den akuten Formen besteht Klärungsbedarf. Verschiedenen Faktoren wird jedoch nachgesagt, dass sie Leukämien potentiell auslösen können. Dazu zählen zum Beispiel Chemikalien wie Benzol, verschiedene Viren, ionisierende Strahlung und eine genetische Vorbelastung. Experten setzten sich zudem auch mit psychogenen Faktoren auseinander.

Für Leukämie bei Kindern gilt das praktisch das gleiche, die Ursachen sind nahezu unbekannt. Experten führen an, dass es Hinweise auf Umweltfaktoren gibt (Strahlungen, Pestizide). Die vermutete Ursache Radioaktivität gilt unter Forschern und Wissenschaftlern als umstritten.

Menschen, die am Down-Syndrom erkrankt sind, haben ein rund zwanzigfach erhöhtes Leukämierisiko. Dies besagt eine Fallkontrollstudie aus der Zeitschrift „Pediatric Blood & Cancer“ aus dem Jahr 2005. Babys mit Trisomie 21 haben zu fünf bis zehn Prozent eine sogenannte transiente Leukämie (TL). In den meisten Fällen bildet sich diese jedoch innerhalb der ersten Lebenswoche spontan zurück. Bei einem Fünftel der Kinder kehrt innerhalb der ersten vier Jahre jedoch eine AMkL – auch myeloische Leukämie bei Down-Syndrom, zurück.

Für ein malignes Lymphom ist eine Transformation von lymphatischen Zellen unterschiedlicher Reifungs- und Differenzierungsstufen verantwortlich. Dabei unterscheidet man zwischen indolenten Lymphomen, aggressiven Lymphomen sowie Morbus Hodgkin. Zum Teil ist Lymphdrüsenkrebs auf Störungen des Immunsystems zurückzuführen.

 

Was sind die Symptome?

Zumeist wird eine chronische Leukämie per Zufall bei einer Routineuntersuchung diagnostiziert. Die schleichende Erkrankung wird von allgemeinen Symptomen wie Müdigkeit und Fieber, Nachtschweiß, Unwohlsein und Gewichtsverlust eingeleitet. Außerdem kann es zu Juckreiz, Ausschlägen, Infektionen sowie Schwellungen der Milz und der Lymphknoten kommen.

Eine akute Leukämie ist anhand ihrer Symptome um einiges auffälliger. Es ist ohne ohne weiteres möglich, dass völlig gesunde Menschen von einem schweren Krankheitsbild betroffen sind. Zu den Anzeichen zählen zum Beispiel Schwäche, Blässe, Neigung zur Blutung, spontane blaue Flecken. Zu den weiteren Charakteristika zähle auch hier geschwollene Lymphknoten, Milz- und Lebervergrößerung und Infektionen mit Fieber. Manche Patienten klagen über Knochenschmerzen, häufiges Nasenbluten, Gingivitis sowie Verlust von Gewicht und Appetit. Anzumerken ist, dass keines der genannten Symptome für eine chronische beziehungsweise akute Leukämie charakteristisch ist.

 

Was sind die Stadien, wie verändert sich der Körper?

Die besagten weißen Leukozyten oder Leukämiezellen drängen in das Knochenmark des Patienten. Dort behindern sie die normale Blutbildung. Außerdem kommen sie auch in verstärktem Maße im peripheren Blut vor. Oft werden Lymphknoten, Milz und Leber sowie weitere Organe infiltriert und in ihren Funktionen gestört. Dadurch werden die normalen Bestandteile des Blutes weniger. Ergebnis ist eine Anämie (Blutarmut), da rote Blutkörperchen (Erythrozyten) fehlen, die den Sauerstoff transportieren. Außerdem wird ein Mangel an blutungsstillenden Blutplättchen (Thrombozyten) und ein Mangel an funktionstüchtigen weißen Blutzellen ersichtlich.

 

Wie gut sind die Heilungschancen?

Mediziner unterscheiden ganz nach Verlauf zwischen chronischen und akuten Leukämien. Letztere gelten als lebensbedrohlich und können – wenn keine Behandlung erfolgt – innerhalb von wenigen Wochen bis Monaten zum Tode des Erkrankten führen. Liegt eine chronische Leukämie vor, kann diese sich über mehrere Jahre hin ziehen. Gerade anfangs sind kaum Symptome zu beobachten. Zu den wichtigsten Leukämieformen zählen die akute myeloische Leukämie (AML), akute lymphatische Leukämie (ALL), chronische lymphatische Leukämie (CLL) und chronische myeloische Leukämie (CML).

 

Wie sollten sich Krebspatienten ernähren?

Eine perfekte Diät gibt es bei Leukämie und Lymphomerkrankungen nicht. Experten raten zu einer bedarfsgerechten Ernährung, die an die jeweiligen Beschwerden und Therapien angepasst wird. Außerdem müssen das Stadium und etwaige Nebenwirkungen berücksichtigt werden. Oft wird angeregt, zu viele tierische Lebensmittel zu vermeiden und stattdessen den Akzent auf pflanzliche Kost in Form von Obst, Gemüse und Salat zu setzen. Außerdem sind häufige kleine Mahlzeiten und und nicht zu heiße und nicht zu kalte Speisen sinnvoll.

 

An wen können sich Betroffene und Angehörige wegen Informationen und zur seelischen Fürsorge wenden?

https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/leukaemien/leben.php

 

Wie wird die Erkrankung behandelt? – Aktuelle Behandlungsmethoden

Bei Leukämieerkrankungen kommt als Basis eine Behandlung mit sogenannten Zytostatika zum Einsatz. Damit werden künstliche oder auch natürliche Substanzen benannt, die eine Hemmung des Zellwachstums beziehungsweise der Zellteilung hervorrufen. Außerdem stehen die Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation und die allogene Knochenmark- beziehungsweise Stammzelltransplantation zur Verfügung. Zum Einsatz kommen zudem prophylaktische oder therapeutische Strahlentherapien und Chemotherapien.

 

Alternative Behandlungsmethoden (Gibt es ergänzende, alternative Behandlungsmethoden?)

Behandlungsmethode des Experten Dr. Puttich

 

Therapieentscheidung

Für Transplantationen wird ähnlich wie bei einer Bluttransfusion auch, ein passender Knochenmarkspender gebraucht. Die verschiedenen Formen der Leukämie machen aufgrund der Unterschiede auch verschiedene Formen der Therapie nötig. Gelingt eine vollständige Verdrängung der Krankheitssymptome, wird dies als Remission bezeichnet. Eine Vollremission liegt vor, wenn die Leukämie vollständig besiegt wurde. Sind noch Leukämiezellen im Blut und Knochenmark nachzuweisen, spricht man von einer Teilremission.

 

Operation

Eine Heilung durch eine Operation ist nicht möglich, da Leukämien den gesamten Organismus betreffen und nicht nur ein bestimmtes Körperteil befallen. Bei einer Knochenmarktransplantation ist es das Ziel, krankes Knochenmark durch gesundes zu ersetzen. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Operation. Die Übertragung erfolgt mittels Infusion.

 

Chemotherapie

Akute Formen der Leukämie machen eine schnelle und ausgeprägte Chemotherapie notwendig. Gerade anfangs gilt die Behandlung als äußerst intensiv. Mehrere Therapiezyklen verlaufen über einen Zeitrum von mehreren Wochen. Bei akuten lymphatischen Leukämien (ALL) teilt sich die Therapie in Induktiontherapie, Konsolidierungstherapie und Erhaltungstherapie auf. Je nach Variante dauert die Behandlung zwischen einem halben und zweieinhalb Jahren.

 

Strahlentherapie

Bei akuten Ausformungen wird zusätzlich zur Chemotherapie oft auch noch eine Strahlenbehandlung eingesetzt. Ziel ist, eventuell verbliebene Krebszellen an den Hirnhäuten zu vernichten oder um bösartige veränderte Lymphknoten anzugreifen.

 

Neuere Behandlungsansätze

Neue Ansätze greifen in den letzten Jahren auf die Anwendung von monoklonalen Antikörpern zurück. Auch spezifische Medikamente wie Imatinib und Dasatinib kommen vermehrt bei Krankheitsbildern der Leukämie zum Einsatz. Besondere Fortschritte sind seit geraumer Zeit bei der Gentherapie ersichtlich. Forscher arbeiten seit längerem beispielsweise daran, bestimmte Gene einzuschleusen, die dann die T-Zellen von Patienten so verändern, dass sie auch noch Jahre später Krebszellen angreifen und zerstören.

 

Klinische Studien

http://www.leukaemie-online.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1018&Itemid=116

 

Hilfreiche Links

http://www.dkms.de/

http://www.kinderkrebsinfo.de/erkrankungen/leukaemien/index_ger.html

http://www.leukaemie-hilfe.de/

 

Statistiken

Besonders oft sind Kinder und Jugendliche von Leukämien betroffen, der Anteil der häufigsten Krebserkrankungen liegt in diesem Falle bei rund 34 Prozent. Im Kinder- und Jugendalter ist ein sehr hoher Prozentsatz der Leukämien akut und damit sehr schnell fortschreitend. Im Jahr 2011 erkrankten in Deutschland laut Angaben des Zentrums für Krebsregisterdaten 7533 Männer und knapp 6000 Frauen an einer Form der Leukämie. An der Erkrankung starben mehr als 4000 Männer und 3500 Frauen.